Integration durch Sport: Bundesweites Netzwerktreffen formiert sich

Cricket ist in zahlreichen Ländern auf der Welt eine der populärsten Sportarten. Dabei dreht sich alles um das Duell zwischen dem Werfer und dem Schlagmann. Zwei Mannschaften treten auf einem ovalen Spielfeld gegeneinander an und tragen im fairen Wettkampf den Sieg um Punkte (Runs) aus. In Deutschland fristet Cricket bislang eher ein Schattendasein. In vielerlei Hinsicht bietet die Sportart jedoch ein großes Integrationspotential. Besonders Menschen mit Migrationshintergrund spielen in Deutschland Cricket. Die Sportart bietet somit großes Potenzial für diese Zielgruppe neben der Teilnahme an Sportangeboten auch Organisations- oder Übungsleitungsfunktionen zu übernehmen. Gleichzeitig kann durch die Aufnahme der Sportart in den Verein die Sportartenvielfalt für alle Vereinsmitglieder gesteigert werden. Durch den Spielablauf ohne Körperkontakt mit dem Gegner ist Cricket beispielsweise auch gerade für aktive Senior*innen sehr gut geeignet, um sich spielerisch fit zu halten. Um diese Potentiale zu aktivieren wurde ein Sonderfondantrag für den Aufbau eines bundesweiten Cricketnetzwerks gestellt, der gefördert wird durch das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) aus Mitteln des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Das Auftakttreffen des bundesweiten Cricketnetzwerks fand im November aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in digitaler Form statt. Vertreter*innen des Bundesprogramms „Integration durch Sport" sowie des Deutschen Cricket-Bundes, der Cricketlandesverbände und regionaler Cricketorganisationen einzelner Bundesländer haben sich darin über erste Ideen, mögliche Projekte und Entwicklungen ausgetauscht.

Gemeinsame Projekte, Öffentlichkeitsarbeit und Tools

Die Ziele des Netzwerkes sind unter anderem, die (integrativen) Potenziale der Sportart Cricket zu aktivieren, die Bekanntheit in Deutschland zu stärken und Cricket in das deutsche Sportsystem zu integrieren sowie Menschen mit und ohne Migrationshintergrund für ehrenamtliches Engagement in den Vereinen zu gewinnen.

Dies soll durch geeignete Maßnahmen gelingen. Ein wichtiger und grundlegender Baustein ist die Vernetzung und der Austausch der Cricket-Akteure und Zielgruppen in Deutschland. So kann mit gemeinsamer Schlagkraft strategisch vorgegangen werden, zum Beispiel durch abgestimmte Öffentlichkeitsarbeit und gemeinsame Materialien, die jeweils an die Gegebenheiten vor Ort angepasst werden kann. Zudem soll eine gemeinsame Tool-Box erarbeitet und allen Landessportbünden zur Verfügung gestellt werden, die regelmäßig anhand der Bedarfe weiterentwickelt und erweitert wird. Mögliche Bestandteile können Tools zur Gewinnung von Cricketspieler*innen, zur Beratung von Vereinen zur Gründung einer Cricketabteilung oder auch zur Lösung von Konflikten sein.

Das Cricketnetzwerk versteht sich als Plattform, auf der Ideen entstehen können zum Beispiel auch zur Gewinnung weitere finanzieller Mittel, zur Umsetzung konkreter Maßnahmen, für Aktionen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit oder sonstige zukünftige Maßnahmen zur Erreichung der strategischen Ziele.

Im nächsten Schritt wird ein konkreter Projektfahrplan erstellt, um an der Umsetzung der Ziele in den Folgejahren zu arbeiten. Im Mai soll das erste Vor-Ort-Treffen an der Landessportschule Ruit stattfinden, insofern das Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie dies zulässt. Bei Interesse an der Sportart Cricket können sich Personen jederzeit an die Mitarbeiter*innen des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ wenden. WLSB