BSB NORD | SPORTKREISE IM PORTRÄT Trotz meines lädierten Knies ließ mich der Hand- ball jedoch nie los: Etwas unvernünftig, vielleicht auch ein wenig verrückt, kehrte ich zurück auf das Spielfeld und spielte noch einige Jahre in der Kreisliga. Den Abschluss meiner aktiven Handballzeit bildete schließlich mein Engage- ment als Handballschiedsrichter. Während meiner Zeit als Stadtrat in Pforzheim war ich zudem Mitglied im Sportausschuss des Gemeinderats. Dort lernte ich die damalige Vor- sitzende des Sportkreises, Gudrun Augenstein, näher kennen. Eines Tages informierte sie mich darüber, dass sie nach zwölf Jahren nicht erneut kandidieren werde, und fragte mich, ob ich mir vorstellen könne, Verantwortung im Sportkreis zu übernehmen. So kam es, dass ich mich zur Wahl stellte – und seit 2022 bin ich Vorsitzender des Sportkreises Pforzheim Enzkreis. nicht mehr handlungsfähig sind, dann bekom- men unsere Städte und Regionen ein massives Problem. Genau deshalb verdienen das Ehrenamt und die Vereine nicht nur Dank, sondern deutlich mehr Anerkennung und Wertschätzung als bis- her. Warum lohnt es sich aus Ihrer Sicht, sich in einer Sportorganisation wie dem Sportkreis zu enga- gieren? Durch gute Organisation, Transparenz und offene Kommunikation Vertrauen mit den Vereinen auf- zubauen und weiterzuentwickeln, um somit lang- fristig Mehrwerte für die gesamte Sportlandschaft im Sportkreis zu schaffen. Mit dem Vertrauen und dem Votum der Sportvereine können wir gemeinsam mit der Kommune/den Kommunen aktiv an der Verbesserung und Gestaltung der Sportlandschaft in unserer Stadt und Region mitwirken und die Rahmenbedingungen für die Vereine und Ehrenamt nachhaltig verbessern. Was motiviert Sie persönlich, sich ehrenamtlich in dieser Funktion zu engagieren? Was bedeutet es, „Sportentwicklung vor Ort“ kon- kret umzusetzen? Für mich bedeutet Ehrenamt vor allem, der Ge- sellschaft etwas Sinnvolles zurückzugeben. Ich bin überzeugt, dass der organisierte Sport und unsere Vereine einen unschätzbaren Beitrag für das Miteinander leisten – insbesondere durch die Vermittlung von Werten. Diese Werte weiter- zugeben und weiterzuentwickeln, ob bei Kindern, Jugendlichen oder älteren Menschen, ist mir ein großes Anliegen. Ebenso treibt mich der Glaube an die positive Wirkung des Sports auf Entwicklung, Gesundheit, Charakter und Gemein- schaft an. Als Sportkreisvorsitzender motiviert es mich, diese Überzeugung deutlich sichtbar zu machen und Haltung zu zeigen – gerade gegenüber der lokalen Politik. Es ist mir wichtig zu vermitteln, dass Sport kein „nettes Freizeitvergnügen“ ist, sondern eine zentrale Bereicherung für jede Kom- mune. Ich betone immer wieder gegenüber den kommunalpolitisch Verantwortlichen: Ihre Sorge sollte sein, dass die größten Bürgerinitiativen und die wichtigsten sozialen Akteure – nämlich die Sportvereine vor Ort – funktionieren. Denn eines steht für mich fest: Wenn unsere Sportvereine aus welchen Gründen auch immer Der Pforzheimer Sportentwicklungsplan besitzt eine außergewöhnlich hohe Qualität – so zumin- dest das Urteil des IKPS (Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung): „Der Pforzhei- mer Sportentwicklungsplan ist in einer Qualität, wie wir dies bisher nur in sehr wenigen Kom- munen erlebt haben.“ Dieser Plan, der gemein- sam von Vertreterinnen und Vertretern der Sport- vereine, der Stadtverwaltung und des Sportkrei- ses erarbeitet wurde, trat 2015 in Kraft und erhielt damals die uneingeschränkte Zustimmung des Gemeinderats. Im Interesse aller Sport treibenden Vereine in unserer Stadt und Region muss es nun darum gehen, diesen Plan gemeinsam weiterzuentwi- ckeln und an aktuelle Bedürfnisse anzupassen – mit verlässlichen Haushaltsansätzen, regel- mäßigen Investitionsprogrammen und gezielten Förderinstrumenten, etwa für den Jugendsport. Dazu braucht es die enge Zusammenarbeit von Sportkreis, Kommune (insbesondere dem Amt für Bildung und Sport), Sportfachverbänden so- wie den Verantwortlichen der Vereine. Gleichzeitig ist wichtig zu betonen: Die Vereine selbst müssen bereit sein, aktiv an dieser Wei- terentwicklung mitzuwirken. Ich kann jedoch ver- sichern: Der Sportkreis Pforzheim Enzkreis steht den Vereinen als engagierter Partner zur Seite – nicht nur als Dienstleister, sondern als Mitge- stalter einer gemeinsamen, erfolgreichen Zu- kunft des Sports. Kurz gesagt: Sportentwicklung vor Ort umzusetzen bedeutet: Bedarfe zu erken- nen, Ziele zu setzen, passende Programme zu entwickeln, Ressourcen zu sichern, Strukturen 14 zu etablieren, umzusetzen, zu evaluieren und nachhaltig zu gestalten. Was macht die Sportlandschaft in Ihrer Region so besonders? Der Sportkreis betreut 266 Vereine mit rund 80.000 Mitgliedern und unterstützt über 5.300 Ehrenamtliche. In Pforzheim und in der Region ist sportliche Viel- falt auf allen Ebenen geboten. Die Vereine spie- len eine bedeutende Rolle, sowohl im Breiten- sport als auch im Spitzensport. Hier reicht das Angebot von traditionellen Sportarten bis hin zu Trendsportarten, sodass es für alle den perfek- ten Verein gibt. Aber auch im gesellschaftlichen Leben sind Ver- eine wichtig, indem sie nicht nur sportliche Ak- tivitäten fördern, sondern auch soziale Integra- tion ermöglichen. Ich bin aber auch der Lokalen Politik dankbar, dass trotz der angespannten Finanzsituation der Kommunen weiter erheblich Investition in Erhalt als auch Neubauten von Sportstätten ge- tätigt werden wie z.B. die Bäderlandschaft in Pforzheim. Welche Veranstaltungen plant der Sportkreis Pforz- heim Enzkreis 2025/26, bei denen man Ihre Arbeit hautnah erleben oder den Kontakt suchen kann? Ein Highlight war in diesem Jahr definitiv die auf Initiative des Sportkreises erstmals im No- vember veranstaltete Jugendsportlerehrung im Volksbankhaus in Pforzheim. Letztere ist eine gemeinsame Veranstaltung mit der Stadt, bei der alle Jugendlichen aus Pforzheim bis 18 Jahre teilnehmen können. Die Veranstaltung fand gro- ßen Zuspruch und war ein voller Erfolg und rück- te die Leistungen unserer Nachwuchssportler in den Vordergrund. Die Jugendsportlerehrung fin- det auch 2026 wieder statt. (Termin wird noch bekanntgegeben.) Die „große“ Sportlerehrung die in Kooperation mit dem Landratsamt Enzkreis, dem Sportkreis Pforzheim Enzkreis und der Sparkasse Pforzheim Calw ausgerichtet wird, findet am 13. März im Großen Saal des Congress-Centrum statt. Im festlichen Rahmen werden Sportlerinnen und Sportler, die im Jahr 2025 herausragende Leis- tungen im und für Sport erbracht haben, geehrt. Darunter zählen nicht nur sportliche Erfolge, sondern auch herausragendes ehrenamtliches Engagement im Sportverein. Selbstverständlich sind alle Kontaktdaten auf unserer Homepage ersichtlich: www.sportkreis- pforzheim.de