Umsatzsteuerliche Behandlung von platzierungsabhängigen Preisgeldern

Laut einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 27.05.2019 hat der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Urteil vom 2. August 2018 entschieden, dass Preisgelder, die abhängig von einer im Wettkampf erreichten Platzierung (platzierungsabhängige Preisgelder) gezahlt werden, keinen Leistungsaustausch darstellen. Dies hat zur Folge, dass für derartige Preisgelder keine Umsatzsteuer abgeführt werden muss.

Die Regelung betrifft Wettbewerbe wie Pferderennen, Pokerturniere, sportliche Wettbewerbe, Schönheitskonkurrenzen, Ausscheidungsspiele und ähnliche Wettbewerbe. Anders verhält es sich bei platzierungsunabhängigen Zahlungen für die Teilnahme an einem Wettbewerb (z. B. Antrittsprämien), bei denen höchstens die Höhe der Zahlung ungewiss ist. Sofern für die Teilnahme am Wettbewerb -unabhängig von der erreichten Leistung- eine Zahlung geleistet wird, liegt nach Auffassung der Finanzverwaltung ein Leistungsaustausch vor. Somit unterliegen derartige Zahlungen der Umsatzsteuerpflicht.

Nicht von der Umsatzsteuer befreit sind Veranstalter von Glücksspielen (Automatenaufsteller, Spielbankbetreiber etc.).

Zum BMF-Schreiben 2019/0396931