Neu: BSB.Zukunftspreis

Im kommenden Jahr vergibt der Badische Sportbund zum ersten Mal den BSB.Zukunftspreis. Ziel des Preises ist es, Vereine für besonders innovative und zukunftsfähige Projekte mit Schwerpunkt Kooperation, Vernetzung und Netzwerk auszuzeichnen. Sport in BW hat mit Präsidiumsmitglied Jutta Hannig über die Entwicklung und Hintergründe des Preises gesprochen.

Frau Hannig, wie ist die Idee des BSB.Zukunftspreises entstanden?
Wir waren uns schon lange einig, dass das, was Vereine tagtäglich leisten, immer eine Prämierung verdient hat. Bisher gab es jedoch noch keinen expliziten Preis, mit dem der BSB diese Arbeit hätte würdigen können. Durch eine großzügige Spende der Firma Himmelseher haben wir nun die Möglichkeit, diese Spende direkt an unsere Mitgliedervereine weiterzugeben und sie für besonders innovative und zukunftsfähige Projekte auszuzeichnen.

Was meinen Sie mit innovativ und zukunftsfähig?
Innovative Ideen sind Projekte, die wir in dieser Form noch nirgends gesehen haben und die einfach neue Wege in der Sportlandschaft beschreiten. Beim Thema zukunftsfähig muss ich etwas ausholen: Vereine müssen sich teilweise in den nächsten Jahren neu definieren. Das ist vor allem eine Chance für Vereine, sich neu darzustellen und zu zeigen, dass auch sie vor der gesellschaftlichen Entwicklung nicht zurückschrecken, sondern die Zukunft aktiv angehen. Denken Sie an die großen gesellschaftlichen Themen, die in den kommenden Jahren auftreten werden: Individualisierung, Digitalisierung, weniger Zeit für Ehrenamt, Altersarmut und -einsamkeit, Landflucht. Das sind alles Veränderungen, die die tägliche Arbeit von Vereinen maßgeblich beeinflussen werden. Der BSB.Zukunftspreis soll deshalb eine Anregung sein, sich mit Zukunftsfragen auseinanderzusetzen und dafür rechtzeitige Lösungen zu finden.

Wieso ist es dem BSB das Thema Zukunft so wichtig?
Es gibt bereits so viele Preise, die für bereits Geleistetes auszeichnen. Uns ist es wichtig, nicht die Vergangenheit zu würdigen , sondern einen positiven Blick in die Zukunft auszuzeichnen. Wir wollen damit Mut für die Zukunft machen! Quasi ein „Mut-Macher-Preis“ für alle Vereine, die sich bereits jetzt Gedanken um ihre Zukunft machen.

Denken Sie, dass Vereine sich grundsätzlich zu wenig Gedanken um ihre Zukunft machen?
Ich denke, dass Vereine durchaus wissen, dass es wichtig ist, sich rechtzeitig um Themen wie Vereins- und Sportentwicklung zu kümmern. Doch machen wir uns nichts vor: die meisten Sportvereine haben mit Personalsorgen zu kämpfen und sind froh, wenn sie ihr Tagesgeschäft schaffen und der Sport- und Vereinsbetrieb läuft. Nichts desto trotz müssen Vereine verinnerlichen, dass die konzeptionelle Entwicklung das A und O eines Vereins ist. Und genau deshalb sollten sich Vereine regelmäßig die Zeit nehmen – und wenn es nur 5% ihrer Arbeitszeit sind – um sich mit konzeptionellen Themen zu beschäftigen und Ziele festzulegen.

Was wäre denn zum Beispiel ein zukunftsfähiges Thema, mit dem sich Vereine beschäftigen könnten?
Denken Sie an das Thema Digitalisierung, das unser Leben in den letzten Jahren komplett verändert hat. Digital Natives, also Menschen, die bereits mit der Digitalisierung aufgewachsen sind, und Digital Immigrants, Menschen, die die Digitalisierung erst im Erwachsenenalter betroffen hat, müssen stetig neue Wege der Kommunikation finden. Der Opa mit dem Enkel, der Vorstand mit dem Jugendwart, der Trainer mit dem Spieler. Innovativ wäre es zum Beispiel, neue Wege der vereinsinternen Kommunikation zu finden, in denen sich alle austauschen können. Wir leben alle in einer Gesellschaft, in der lebenslanges Lernen selbstverständlich geworden ist. Das gilt auch für das Vereinsleben.

Was heißt das nun für Vereine? Mit welchen Projekten können sie sich für den BSB.Zukunftpreis bewerben?
Wichtig ist uns, dass Vereine anfangen „Out of the Box“ zu denken. Das heißt: neue Wege gehen, neue Denkmuster und neue Konstellationen ausprobieren. Einfach einmal etwas anders machen und damit erkennen, dass durch eine andere Herangehensweise auch andere Ergebnisse erzielt werden können, mit denen vorher niemand gerechnet hat.

Welche Kriterien muss ein Projekt erfüllen, damit es Chancen auf den BSB.Zukuftspreis hat?
Erste Voraussetzung ist, dass der Verein bereits angefangen hat, das Projekt umzusetzen. Es darf nicht mehr nur eine Idee auf dem Papier sein, sondern es müssen bereits erste Schritte in die Wege geleitet worden sein. Ein weiteres Kriterium ist es, dass das Projekt Vorbildcharakter hat und andere Vereine es leicht adaptieren können. In unseren Vereinen werden so viele tolle Projekte umgesetzt und wir wollen mit diesem Preis auch dazu beitragen, dass die Vereine voneinander profitieren können. Dabei ist es völlig egal, wie groß der Verein ist. Kleine Vereine können auch Vorbilder für große Vereine sein und umgekehrt. Die Größe eines Vereins entscheidet nicht, wie innovativ ein Verein sein kann! Schwerpunkt der diesjährigen Ausschreibung werden die Themen „Kooperation“, „Vernetzung“ und „Zusammenarbeit“ sein. Also alle innovativen Projekte, die sich rund um diese Themen drehen, sind beim BSB.Zukunftspreis sehr gut aufgehoben!

Was verstehen Sie unter Kooperation, Vernetzung und Zusammenarbeit?
Bei dieser ersten Auflage des BSB.Zukunftspreises geht es uns darum, jegliche Art der Zusammenarbeit von Vereinen mit anderen Institutionen zu fördern. Das können klassisch Kooperationspartner wie Schulen oder Kindergärten sein. Es könnte aber auch ein gemeinsames Projekt von zwei Vereinen sein. Oder vielleicht auch die Zusammenarbeit mit der Kommune, mit einer sozialen Einrichtungen, mit der Kirche, mit einem Unternehmen … Es muss jedoch nicht immer zwingend ein externer Partner mit im Boot sein. Das Thema Digitalisierung wäre zum Beispiel ein sehr großes Feld, das zeigt, wie sich ein Verein auch intern neu vernetzen und damit neue Wege beschreiten kann. Viele Arten von Zusammenarbeit und Kooperation können den Verein fördern. Und genau das wollen wir erreichen!

Wann und wie werden die Vereine mit dem BSB.Zukunftspreis ausgezeichnet?
Wir prämieren bis zu drei Vereine mit insgesamt bis zu 7.500 Euro. Der BSB.Zukunftspreis wird alle drei Jahre ausgeschrieben und jeweils beim Sportbundtag vergeben.em BSB.Zukunftspreis ausgezeichnet?

Wer wählt die Siegervereine aus?
Unsere Jury wird eine Mischung sein aus unserem Ehrenamt und unserem Hauptamt. Hier haben wir eine ausgezeichnete Expertise und sehr gute Kenner der Sportvereinslandschaft.

Ab wann können sich Vereine bewerben?
Die Ausschreibung erscheint nach den Sommerferien sowohl in Sport in BW als auch auf unserer Homepage. Ab dann sind Vereine aufgefordert, sich mit ihren innovativen Ideen zu bewerben. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt! Bewerben Sie sich mit einem Video, einer Präsentation oder was auch immer Ihr Projekt am besten repräsentiert. Auch hier gilt: wir wollen, dass Vereine sich trauen, neue Wege zu gehen! Wir freuen uns schon jetzt auf viele tolle neue Ideen unserer Vereine!

Frau Hannig, vielen Dank für das Interview!
Das Interview führte Eva Zimmermann