|  |  |  | | Auszeichnungsfeier Talentförderung im Sport |
 | Gut drei Wochen nach dem Sportbundtag im Palatin in Wiesloch stand am Abend des 5. Juli der nächste Höhepunkt auf dem Terminkalender des Badischen Sportbundes: die Auszeichnungsfeier zum Vereinswettbewerb „Talentförderung im Sport“, bei der Preise bzw. Sonderpreise an insgesamt 12 Vereine vergeben wurden.
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| Mit dem Wettbewerb, der im Jahr 2008 zum ersten Mal ausgeschrieben wurde, will der Badische Sportbund die überdurchschnittliche und vorbildliche leistungssportliche Nachwuchsarbeit in den ausgewählten Vereinen würdigen. Das besondere an dieser Ehrung ist, dass es nicht einzelne Spitzensportlerinnen und Spitzensportler oder Trainerinnen und Trainer sind, die ausgezeichnet werden, sondern eine Gemeinschaft von Menschen, die innerhalb eines Vereins das spezifische Netzwerk bilden, in dem sich bereits überragende Spitzensportleistungen entwickelt haben und sich in Zukunft entwickeln sollen.
Ziel des Wettbewerbs ist es daher, Vereine auszuzeichnen, die junge Menschen mit durchdachten und nachhaltigen Konzepten zum Leistungssport führen und sie zu hochkarätigen Sportlern formen. Betrachtet werden dabei unterschiedliche Kriterien, die zum großen Teil auf dem Nachwuchs-Leistungssport-Konzept des Deutschen Olympischen Sportbundes basieren:
• Langfristiger Trainings- und Leistungsaufbau • Talentsuche • Trainer im Nachwuchsleistungssport • Duale Karriere im Nachwuchsleistungssport • Wissenschaftliche Begleitung und Kooperation • Bisherige Erfolge im Nachwuchs- und Aktivenbereich
Die Bewertung der insgesamt 22 eingegangenen Bewerbungen sowie die Entscheidung über die Preisvergabe lag in den Händen einer Jury, besetzt mit Heinz Janalik, Gebhard Schnurr, Claus-Peter Bach, Rolf Müller, Wolfgang Eitel, Dr. Florian Dürr (alle BSB-Nord) sowie Jürgen Essig vom SWR.
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| Janalik: Lob an Kinder, Jugendliche und Trainer In seiner Rede begrüßte BSB-Präsident Heinz Janalik zu Beginn Ministerialrat Karl Weinmann als Vertreter des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, Sportlerinnen und Sportler, Trainerinnen und Trainer und Repräsentanten der eingeladenen Vereine sowie Kolleginnen und Kollegen aus dem BSB-Präsidium. Er erinnerte an eins der Ziele des Wettbewerbs, nämlich eine Gemeinschaft von Menschen auszuzeichnen. Da es in dieser Gemeinschaft jedoch in den meisten Fällen große Altersunterschiede gibt, wolle er sich in seiner Rede sowohl den jüngsten Sportlerinnen und Sportlern sowie den Jugendlichen, also den Älteren, aber auch den Trainerinnen und Trainern sowie den Eltern widmen.
Den Kindern aus den anwesenden Vereinen, die es in ihrer Sportart schon weit gebracht haben, gratulierte Janalik zu ihrer Beharrlichkeit, ihrem Durchhaltevermögen sowie zu ihrer Fähigkeit, „den kleinen, aber schon präsenten inneren Schweinehund zu überwinden und sich auch in schwierigen Situationen durchzubeißen“. Und zur Anschauung, wie man sich diesen Schweinehund vorzustellen habe, hatte er ihn in Form eines Stofftieres, das den Abend über das Rednerpult zierte, auch gleich dabei. Zum Abschluss wünschte er den jungen Athletinnen und Athleten „ ...von ganzem Herzen, dass ihr die Freude am Leistungssport nicht verliert“. |  |
| Anschließend widmete sich Janalik den Eltern und kritisierte diejenigen, die in ihrem Sprössling ein „Jahrtausendtalent“ sehen, ständig die Trainerinnen und Trainer kritisieren und ihre Kinder unter großen psychischen Druck setzen. Kinder und Jugendliche im Sport bräuchten laut Janalik viel mehr „ ...möglichst verständnisvolle und verantwortungsvolle Eltern, die den regelmäßigen Dialog mit den Trainern und Betreuern pflegen, die Geduld aufbringen und ihre leistungssportbereiten Kinder sinnvoll unterstützen, beispielsweise durch ein vernünftiges Zeitmanagement“.
In diesem Zusammenhang wandte er sich auch gleich an die Trainerinnen und Trainer, die Höchstleistungen zu vollbringen hätten. „Trainer-Sein bedeutet heute die Ausübung einer Multirolle“, meinte Janalik. Sie sind „Experte für die jeweilige Sportdisziplin, Psychologe, Pädagoge, Vorbild, Lebensberater, Persönlichkeitsentwickler, Elternersatz etc...“. Insbesondere in der Arbeit mit jugendlichen Sportlern sei es wichtig „nicht nur deren Leistungspotenzial zu fördern, sondern bei ihnen Impulse zu setzen, die ihren geistigen Horizont erweitern“.
Das alles fasste Janalik mit dem Begriff „Humaner, kultivierter Leistungs- und Spitzensport“ zusammen, in dem die Trainerinnen und Trainer eine überragende Rolle spielen. In diesem Zusammenhang bemängelte er, dass deren Arbeit häufig nicht genügend gewürdigt würde. „Vor diesem Hintergrund wird die Imageverbesserung der Trainerfunktion zu einer unerlässlichen und alle einbeziehende Aufgabe, die seriös erfüllt werden muss“, schloss Janalik seine Rede und ging dann zu den Ehrungen der einzelnen Vereine über.
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| Neun Siegervereine, drei Sonderpreise Zunächst dankte der BSB-Präsident allen Repräsentantinnen und Repräsentanten der prämierten Vereine für das Geleistete im Handlungsfeld Spitzensport und präzisierte dann, wen er zu dieser Gemeinschaft an Menschen zählt: Sportlerinnen und Sportler, Trainerinnen und Trainer, Übungsleiterinnen und Übungsleiter, Helferinnen und Helfer, Eltern, Sportlehrkräfte an den Schulen, Funktionäre in den Vereinen und Abteilungen, aber auch die Zuständigen in den Kommunen, die in diesem Sinn Leistungssportförderung betrieben haben.
Alle Vereine, die jeweils durch zwei Nachwuchssportler/innen oder aktive Athleten/innen und eine Trainerin bzw. einen Trainer sowie eine Person aus der Vereinsführung vertreten waren, wurden von Janalik einzeln vorgestellt und erhielten anschließend jeweils einen Scheck über 3.000 Euro sowie Präsente für die Sportlerinnen und Sportler, Trainerinnen und Trainer.
Neben den neun Siegervereinen gab es noch drei Sonderehrungen, jeweils dotiert mit 1.000 Euro. Damit wurden Vereine ausgezeichnet, die nicht alle Kriterien voll erfüllen konnten und vielleicht noch nicht die ganz großen Erfolge errungen haben, aber dennoch hervorragende Nachwuchsarbeit leisten und auf einem guten Weg sind.
Auch Ministerialrat Karl Weinmann vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport dankte den Vereinen, überbrachte Grüße von Kultusministerin Marion Schick und steuerte eine selbst erlebte kleine Geschichte bei, wie er gemeinsam mit Jungadler-Trainer Helmut de Raaf an einer Mannheimer Schule zunächst schier Unmögliches im Sinne der Talentförderung doch noch möglich machen konnte.
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| Spitzen-Tischtennis live Es wurde aber nicht nur über Leistungssport geredet, er wurde auch live praktiziert. Dafür sorgten drei Tischtenniscracks mit einer eindrucksvollen Demonstration. Liping Liu, Landestrainer in Baden-Württemberg und Bundes- und Landesstützpunktleiter in Karlsruhe, gab mit zwei seiner Schützlinge einen Einblick in den Trainingsalltag, der die Zuschauer insbesondere wegen des atemberaubenden Tempos wahrlich zum Staunen brachte. Gegen Theresa Kraft und Yuan Wan, beide Verbandskaderathletinnen und Jugendnationalspielerinnen, versuchten sich dann auch einige der Gäste: als erster Ministerialrat Weinmann, dann BSB-Präsidiumsmitglied Josef Pitz und Rugbynationalspieler Jens Schmitt vom TSV Handschuhsheim und schließlich Ulf Mertens vom ausgezeichneten TTV Weinheim, der den beiden als einziger Paroli bieten konnte.
Bevor es zum Buffet ging, setzte Dieter Hofer, Leiter des Turnzentrums in Heidelberg, den Schlusspunkt hinter den „offiziellen“ Teil der Veranstaltung. Er dankte dem BSB im Namen aller Vereine für die Auszeichnung und wies sowohl auf die Schwierigkeiten der täglichen Arbeit, als auch auf die positiven Auswirkungen des Leistungssports hin. Dem BSB bescheinigte er: „Solch eine Veranstaltung motiviert und unterstützt die Vereine. Machen Sie weiter so!“
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| Die ausgezeichneten Vereine
Siegervereine: TV Mosbach – Judo HG Oftersheim/Schwetzingen – Handball TG Heddesheim – Schwimmen Kunstturnregion Karlsruhe – Kunstturnen KTG Heidelberg – Kunstturnen, TSV Handschuhsheim – Rugby MERC Jungadler Mannheim – Eishockey TTV Weinheim/West – Tischtennis Rheinbrüder Karlsruhe – Kanusport
Sonderehrungen: TSG Seckenheim – Rope Skipping SG SSC/Post Südstadt Karlsruhe – Basketball Pugilist Boxing & Fitness Gym Bruchsal – Boxen
Eine ausführliche Vorstellung der Siegervereine und ihrer Konzepte folgt in der nächsten Ausgabe von „Sport in BW”.
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